Die COVID-19-Pandemie hat sich im Jahr 2020 als große Herausforderung für alle internationalen Gesundheitssysteme erwiesen. In diesem Beitrag wird der vom Ministerium für Gesundheit und Prävention der Vereinigten Arabischen Emirate (MOHAP) verfolgte L&D-Ansatz beschrieben, mit dem ein gut koordiniertes und optimales Vorgehen innerhalb der Organisation und im gesamten Land sichergestellt werden soll.
Die Herausforderung
Die Pandemie stellte eine komplexe, aber dennoch in sich zusammenhängende Herausforderung im Personalwesen dar, die sich auf drei Ebenen zeigte:
- Wissensmanagement: Angesichts ständiger Aktualisierungen der internationalen und lokalen Leitlinien für Diagnose und Krankheitsmanagement sowie einer weit verstreuten Belegschaft des MOHAP in über 17 Krankenhäusern (normale/neue Feldlazarette) und über 71 Kliniken war es von entscheidender Bedeutung, Folgendes sicherzustellen:
- Neues Wissen verdrängte rasch veraltetes Wissen
- Es wurden zuverlässige Informationsquellen ermittelt und den Mitarbeitern jederzeit zugänglich gemacht.
- Neues Wissen verdrängte rasch veraltetes Wissen
- Umschulung: Das Personal im Gesundheitswesen, das normalerweise nur selten mit Patienten mit Atemwegs- oder Infektionskrankheiten zu tun hatte, benötigte nun eine rasche Auffrischung und den Wiederaufbau seiner Kompetenzen in den entsprechenden Bereichen. Auch neue telemedizinische Dienste und die damit verbundenen Fähigkeiten erwiesen sich als wichtige Lernlücken.
- Kapazitätsaufbau: Das medizinische Personal an vorderster Front benötigte Unterstützung durch Freiwillige aus der Bevölkerung, damit es sich auf die Bereitstellung einer hochwertigen klinischen Versorgung konzentrieren konnte. Dazu gehörten auch medizinische Studenten im Ausland, die die lokalen Bemühungen per Telemedizin aus ihren jeweiligen Zeitzonen heraus unterstützen konnten.
Die Lösung
Das Training & Development Center (TDC) des MOHAP arbeitete mit lokalen und internationalen Partnern sowie internen Akteuren an einer integrierten Lösung. Maharati, das Lernmanagementsystem des MOHAP, wurde als Bindeglied zwischen den verschiedenen technologischen und nicht-technologischen Maßnahmen genutzt, um eine einheitliche Lösung zu schaffen, die die verschiedenen Aspekte der pandemiebedingten Herausforderungen abdeckt.
Maharati ist der Eckpfeiler der E-Learning-Infrastruktur von MOHAP. Es handelt sich um ein auf Totara basierendes System, das in Zusammenarbeit mit dem TDC-Technologiepartner Human Logic umfassend angepasst wurde. Die Flexibilität und der Open-Source-Charakter von Totara ermöglichten einen erheblichen Spielraum für Anpassungen und Erweiterungen, um den neuen Herausforderungen gerecht zu werden.

Seite zum Wissensmanagement zu COVID-19: Der Bereich Wissensmanagement im TDC nutzte Maharati, um einen schnellen Zugriff auf die neuesten lokalen Leitlinien zu gewährleisten. Weitere Kooperationen mit internationalen Partnern, darunter die Weltgesundheitsorganisation (WHO), Verbände für Intensivmedizin und Herausgeber von begutachteten wissenschaftlichen Fachzeitschriften, bildeten eine zuverlässige Grundlage für aktuelle und verlässliche Informationen zur Versorgung von Patienten mit bestätigter oder vermuteter COVID-19-Erkrankung.
Aufbau interner Kompetenzen im Bereich Instructional Design: Es wurden wichtige Mitglieder des L&D-Teams ausgewählt, um sich selbst und andere zügig in der Nutzung fortschrittlicher Instructional-Design-Tools zu schulen, wodurch ein Multiplikatoreffekt für die Arbeit der internen Fachexperten erzielt wurde. Dies wurde durch die Benutzerfreundlichkeit des Systems und die weitreichende Unterstützung durch die Community erleichtert.
Nationales Freiwilligenprogramm zum Aufbau von Unterstützungskapazitäten: In einer Zusammenarbeit zwischen dem Ministerium für Gesundheit und Prävention (MOAHP), dem Abu Dhabi Public Health Center, der Emirates Foundation, der UAE University und dem Ministerium für Gemeindeentwicklung wurde ein Blended-Learning-Programm für Freiwillige im Gesundheitswesen konzipiert, entwickelt und umgesetzt. Dabei wurde Maharati als Plattform für eine standardisierte E-Learning-Komponente genutzt. Maharati wurde zudem zur Verwaltung der Simulationssitzungen, der Kursbewertungen sowie der Abschlusszertifikate für die Freiwilligen genutzt.
Grenzüberschreitende Schulung von Freiwilligen: Mithilfe von Maharati und anderen Tools wurden auch medizinische Fachkräfte aus den VAE, die sich physisch im Ausland aufhielten, geschult, um die Bemühungen des MOHAP zur Bewältigung der Pandemie zu unterstützen, sodass sie über Telemedizin einen Beitrag zur Unterstützung der VAE leisten konnten.

Ergebnisse
Im Jahr 2020 nutzten mehr als 75 % der MOHAP-Mitarbeiter die COVID-19-Wissensmanagement-Seite, die mehr als 217.000 Aufrufe verzeichnete .
Trotz der durch die Pandemie verursachten Herausforderungen blieben die Fortbildungszahlen weiterhin hoch: Die Mitarbeiter des MOHAP absolvierten 345.000 Kontaktstunden, wodurch ihre kontinuierliche berufliche Weiterentwicklung in für ihre Arbeit entscheidenden Bereichen sichergestellt wurde. Diese Fortbildungen umfassten mehr als 100 neue interne E-Learning-Kurse sowie rund 200 Präsenz-, Live-Online- und Simulationssitzungen , die über das LMS verwaltet wurden und speziell auf festgestellte Bedarfsbereiche ausgerichtet waren.
Zudem wurden rund 500 Freiwillige geschult, die die erweiterten medizinischen Versorgungsangebote in Kliniken, Krankenhäusern und Feldlazaretten maßgeblich unterstützten.
„Der Aufbau unseres Lernmanagementsystems Maharati auf Basis von Totara Learn ermöglichte uns während der Pandemie einen umfassenden Zugang sowohl zu unseren Mitarbeitern als auch zu anderen Akteuren im Gesundheitswesen. Dank der Flexibilität des Systems konnten wir es an unsere neuen Anforderungen anpassen und unsere Zielgruppe auf äußerst kosteneffiziente Weise erreichen.“
Saqr Ghanem AlHemeiri, Chief Innovation Officer, Leiter des Zentrums für Aus- und Weiterbildung